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Politik, Tierrechte, (Staats)-Moral

10 Aug

Dunkler Fleck auf die Psychiatrische Anstalt Hall in Tirol

Veröffentlicht von hubwen  - Kategorien:  #220 Todesfälle, #Psychiater Czermak, #Psychiater Ernst Klebelsberg, #Hall in Tirol, #Horst Schreiber

Vorwort

Es ist erschreckend, dass die deutsche Psychiatrie ihre Ideologie zur Vernichtung “unwerten Lebens” schon lange vor der Machtergreifung Hitlers hatte. Unter Hitler konnten sie ihre Ideen und Pläne dann in die Tat umsetzen. Zu verurteilen ist auch, dass solche Psychiater, die an der Euthanasie und an medizinischen Versuchen an Kindern beteiligt waren, nach 1945 ungestört weiter arbeiten durften und in Amt und Würden waren. Zum Teil wurden sie noch ausgezeichnet.

Im August 1941 verordnet Hitler einen Vergasungsstopp. Dennoch wird weiter gemordet: mit Medikamenten, mittels Hunger, im Einzelfall per Elektroschock. Ein weltweit einmaliges Verbrechen: Psychiater versuchen, ihre Kranken auszurotten.

Die deutsche Psychiatrie brauchte die Nazis

Zwischen 1933 und 1945 geschieht nichts, was nicht Psychiater lange vor den Nazis gefordert hatten. Emil Kraepelin 1918: Ein unumschränkter Herrscher, der … rücksichtslos in die Lebensgewohnheiten der Menschen einzugreifen vermöchte, würde im Laufe weniger Jahrzehnte bestimmt eine Abnahme des Irreseins erreichen können.”

Wer Täter ehrt, mordet ihre Opfer noch einmal – Teil 1

http://hubwenzl.blog.de/2012/07/06/taeter-ehrt-mordet-opfer-14061688/

Wer Täter ehrt, mordet ihre Opfer noch einmal – Teil II

http://hubwenzl.blog.de/2012/07/07/taeter-ehrt-mordet-opfer-teil-ii-14063278/

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Dunkler Fleck auf die Psychiatrische Anstalt Hall in Tirol

Akten lassen „Wilde Euthanasie“ vermuten

Neue Aktenfunde belegen für die Zeit von 1939 bis 1941 die Existenz eines Anstaltfriedhofs. Zudem ist für diesen Zeitraum eine stark erhöhte Sterblichkeitsrate dokumentiert.

Neue Aktenfunde belegen für die Zeit von 1939 bis 1941 die Existenz eines Anstaltfriedhofs. Zudem ist für diesen Zeitraum eine stark erhöhte Sterblichkeitsrate dokumentiert. (Foto: TILAK)

Dokumenten zufolge befindet sich auf einem Feld nahe des Psychiatrischen Krankenhauses Hall ein Gräberfeld mit 220 Toten.

Die Ereignisse im Psychiatrischen Krankenhaus Hall während der Nazi-Zeit sind ein dunkler Fleck in der Tiroler Geschichte. Neueste Funde lassen vermuten, dass es in Hall neben der Deportation von Kranken in Tötungsanstalten auch zu „wilder Euthanasie“ gekommen ist.

HALL (gstr). Die historische Tatsache, dass während der Nazi-Diktatur Menschen mit psychischen Erkrankungen unter dem perfiden Vorwand der „Reinhaltung des rassischen Blutes“ systematisch ermordet wurden, ist seit langem bekannt. Ebenso das Faktum, dass auch Patienten des Psychiatrischen Krankenhauses Hall in Tötungsanstalten deportiert wurden. Zumindest 360 Patienten aus Hall sind auf diesem Wege der gezielten Ermordung zugeführt worden – im Rahmen der „Aktion T4“, wie Aufzeichnungen aus der Zeit belegen. Im Rahmen von Nachforschungen, die der Historiker Oliver Seifert im Auftrag der TILAK durchführte, stieß er jedoch auf Dokumente, die einen Anstaltsfriedhof belegen, der auf einem Feld nahe des Krankenhauses angelegt wurde. Dort sollen in den Jahren 1939 bis 1945 mindestens 220 Menschen bestattet worden sein. Auffallend ist dabei, dass die Sterblichkeitsrate unter den Patienten gerade in den letzten Kriegsjahren signifikant höher lag, als in den Jahren davor. Daher vermuten die Experten, dass es in Hall zu sogenannter „wilder Euthanasie“ gekommen ist.

Dem Hunger preisgegeben?

Im Jahr 1941 wurde das Programm der Nazis zur gezielten und systematischen Ermordung von psychisch Kranken zwar eingestellt, allerdings legen die jüngsten Aktenfunde nahe, dass die Euthanasie versteckt weiterbetrieben wurde. In Hall könnte dies bedeuten, dass ein Großteil jener 220 Personen, die auf dem Friedhof vermutet werden, durch Hunger zu Tode gekommen ist.

Lückenlose Aufarbeitung

„Die TILAK sieht es als ihre moralische Verpflichtung und als ihre Verpflichtung den Angehörigen gegenüber, die Geschichte des Anstaltsfriedhofs restlos zu erforschen. Aus diesem Grund wurden im Schnellverfahren 400.000 Euro genehmigt, mit denen die Aufarbeitung finanziert wird“, stellt der Kaufmännische Direktor des LKH Hall, Wolfgang Markl, klar. Dazu zählt zunächst die archäologische Ausgrabung, die voraussichtlich im März 2011 starten und etwa drei Monate in Anspruch nehmen wird. Erst dann wird die Fläche für das Bauvorhaben freigegeben.

Die Ausgrabung wird von Dr. Alexander Zanesco von der Stadtarchäologie Hall in Kooperation mit der Kaufmännischen Direktion des Landeskrankenhauses Hall geleitet. Als Historiker ist von Seiten der Psychiatrie Mag. Oliver Seifert eingebunden. Ebenfalls eingebunden ist die Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie München mit ihrem Konservator Dr. George McGlynn. „Die Einrichtung besitzt große Erfahrung bei der Analyse von Knochen, mit deren Hilfe zum Beispiel der Ernährungszustand einer oder eines Verstorbenen eruiert werden kann. DNA-Untersuchungen erfolgen bei Bedarf durch die Gerichtsmedizin in Innsbruck, vertreten durch den Leiter des Schwerpunktes ‚Forensische Molekularbiologie‘ Dr. Walther Parson“, so der Gesamtprojektleiter Dr. Zanesco.

http://regionaut.meinbezirk.at/hall-in-tirol/chronik/akten-lassen-wilde-euthanasie-vermuten-d43946.html

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Ernst Klebelsberg, geboren als Ernst von Klebelsberg (* 25. Juni 1883 in Hall in Tirol; † 13. Mai 1957 ebenda) war ein österreichischer Psychiater. Von 1925 bis 1950 war er Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalt Hall.

Leben

Die Familie von Klebelsberg stammte aus Südtirol; sein Vater war Stadtapotheker und nachmaliger Bürgermeister von Hall in Tirol. 1902 maturierte Klebelsberg am Haller Gymnasium mit Auszeichnung. An der Universität Innsbruck absolvierte ein Studium der Medizin. Klebelsberg war ab 1910 unter Josef Offer bei der „Landesheilanstalt“ beschäftigt und übernahm 1925 die Anstaltsleitung. Die Einführung der Malaria- und Insulinkur oder Elektroschocktherapie wird teils seiner Initiative zugeschrieben. Die Vermutung, durch mittels Malaria-Infektion künstlich herbeigeführte Fieberschübe psychisch Kranke heilen zu können, wurde im KZ Dachau an Menschen überprüft; statt Heilung waren Todesfälle die Folge.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Klebelsberg

Die Beteiligung von Hans Czermak an den NS-Euthanasiemorden in Tirol

Im Wesentlichen war Czermak ein willfähriger Erfüllungsgehilfe der in Berlin geplanten Ermordung psychisch Kranker und Behinderter. Als Leiter des Gesundheitswesens im Gau Tirol-Vorarlberg stand gemeinsam mit Gauleiter Franz Hofer die Planung, Vorbereitung und Durchführung der gesamten Mordaktion im Gau Tirol-Vorarlberg unter seiner Führung und Verantwortlichkeit. Czermak ebnete den NS-Euthanasieärzten aus Berlin und Linz bei der Sichtung und Auswahl der zu tötenden PatientInnen organisatorisch den Weg. Er legte immer wieder auch Eigeninitiative an den Tag und sorgte sich um eine rasche Reduktion der PatientInnenzahlen im Gau.

[...]

Czermak hoffte auch in der Heil- und Pflegeanstalt Hall eine „Euthanasieabteilung” einrichten zu können. Er dachte dabei an Tötungen mittels Medikamentenüberdosierung bzw. an die Installierung einer Vergasungsanlage. Nicht zuletzt versprach er sich bei einer Durchführung der Mordaktion vor Ort eine Einsparung der Transportkosten, besonders des Benzinverbrauchs. Mehrmals machte Czermak gegenüber seiner Schreibkraft die Bemerkung, dass „Geisteskranke (…) ins Feuer gehörten”.

Czermak erscheint in seinem Briefverkehr als radikaler Vertreter der NS-Euthanasie, der einen weit über das übliche Maß hinausgehenden Pflichteifer an den Tag legte. Er unterstützte die Zusammenstellung der für die Tötung in Betracht kommenden PatientInnen.

[...]

Am 26. Juli 1949 erfolgte die Anklage wegen der „entfernteren Mitschuld” am Verbrechen des Meuchelmordes und des Hochverrates (wegen Czermaks illegaler Betätigung für die NSDAP). Im Folgenden soll näher beleuchtet werden, wie der Angeklagte sein Verhalten in der NS-Zeit vor Gericht rechtfertigte.

Czermak bekannte sich nicht schuldig und wies jede Verantwortung für die Morde von sich. Er habe nicht über den Tod der „Geisteskranken” zu entscheiden gehabt und habe folglich aus eigenem Antrieb überhaupt nichts veranlasst. Dabei war er es, der den NS-Euthanasiegutachter Dr. Friedrich Mennecke Ende August, Anfang September 1940 mit seiner ärztlichen Kommission in Hall einführte. Mennecke und sein Personal sichteten drei Tage lang die Krankengeschichten, ohne Untersuchungen vorzunehmen. Die Krankengeschichten der PatientInnen, die sie mitnahmen, dienten als Grundlage für die Erstellung der „Transportlisten”.

(…)

http://horstschreiber.at/texte/czermak-und-die-nseuthanasie-in-tirol

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Was die Nazis zu vertuschen suchten: Bei Bauarbeiten auf dem Gelände der psychiatrischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Hall in Tirol wurden 2010/11 die Überreste von 220 Menschen entdeckt

http://www.welt.de/kultur/history/article11966025/Die-Euthanasie-Morde-der-Nazis-endeten-erst-1945.html

Gruß Hubert

Was die Nazis zu vertuschen suchten: Bei Bauarbeiten auf dem Gelände der psychiatrischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Hall in Tirol wurden 2010/11 die Überreste von 220 Menschen entdeckt

Was die Nazis zu vertuschen suchten: Bei Bauarbeiten auf dem Gelände der psychiatrischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Hall in Tirol wurden 2010/11 die Überreste von 220 Menschen entdeckt

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